UAE Tax Update: Neue Mehrwertsteuer- und Verfahrensregeln ab dem 1. Januar 2026
- 9. Apr.
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Die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit dem Federal Decree-Law No. 16 of 2025 (Änderungen im Mehrwertsteuerrecht) sowie dem Federal Decree-Law No. 17 of 2025 (Änderungen im Steuerverfahrensrecht) neue Regelungen eingeführt, die den steuerlichen Rahmen weiter präzisieren. Auch wenn es sich nicht um eine grundlegende Reform des Steuersystems handelt, sorgen die Anpassungen für mehr Klarheit, strengere Verfahrensstrukturen und eine verstärkte Durchsetzung.
Insgesamt zielen die Änderungen darauf ab, die Vorhersehbarkeit zu erhöhen, Compliance-Prozesse zu vereinfachen und die Anforderungen an die Sorgfaltspflichten von Unternehmen in den VAE weiter zu stärken.
Was sich ab dem 1. Januar 2026 ändert
Die neuen Vorschriften bringen mehrere gezielte Anpassungen mit sich, die sich direkt auf die praktische Handhabung von Mehrwertsteuer- und Steuerverfahren auswirken.
Reverse-Charge-Verfahren – vereinfachte Dokumentation
Die Pflicht zur Selbstfakturierung (Self-Invoicing) im Rahmen des Reverse-Charge-Verfahrens für bestimmte Transaktionen entfällt. Stattdessen müssen Unternehmen die vorgeschriebenen Nachweisdokumente aufbewahren. Dies reduziert den administrativen Aufwand und verbessert gleichzeitig die Nachvollziehbarkeit bei Prüfungen.
Fünfjährige Frist für Mehrwertsteuererstattungen
Erstattungsansprüche für überschüssige Vorsteuer müssen künftig innerhalb von fünf Jahren nach dem jeweiligen Steuerzeitraum geltend gemacht werden. Nicht genutzte Guthaben verfallen nach Ablauf dieser Frist, was eine stärkere Fokussierung auf zeitnahe Abstimmungen und ein aktives Kreditmanagement erforderlich macht.
Erweiterte Befugnisse zur Bekämpfung von Steuerumgehung
Die Federal Tax Authority erhält erweiterte Befugnisse, um Steuererstattungen oder Anpassungen abzulehnen, wenn Transaktionen mit Steuerumgehungsmodellen in Verbindung stehen oder wenn der Steuerpflichtige von Unregelmäßigkeiten wusste oder hätte wissen müssen. Dies unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Prüfung von Lieferketten und Geschäftspartnern.
Strukturiertere Verfahrensregeln
Das aktualisierte Steuerverfahrensrecht bringt klarere Verjährungsfristen, präzisere Regelungen zu Erstattungen, Anpassungen und freiwilligen Offenlegungen sowie insgesamt strengere administrative Prozesse. Ziel ist es, die Rechtssicherheit und Konsistenz in der Steuerverwaltung zu erhöhen.
Warum das für Unternehmen relevant ist
Auch wenn die Änderungen inkrementell erscheinen, haben sie spürbare Auswirkungen auf die Compliance-Anforderungen. Unternehmen müssen höhere Standards bei der Dokumentation erfüllen, interne Kontrollsysteme weiterentwickeln und Fristen konsequenter überwachen.
Der verstärkte Fokus auf Steuerumgehung erhöht zudem die Anforderungen an die Prüfung einzelner Transaktionen sowie an Governance-Strukturen insgesamt.
Für Unternehmensgruppen mit komplexen Lieferketten oder bestehenden Vorsteuer-Guthaben ist eine frühzeitige Vorbereitung entscheidend, um Erstattungsansprüche nicht zu verlieren und regulatorische Risiken zu minimieren.
Vorbereitung auf den Rechtsrahmen 2026
Unternehmen sollten im Vorfeld des Inkrafttretens insbesondere folgende Maßnahmen in Betracht ziehen:
Überprüfung der Mehrwertsteuer- und Körperschaftsteuerdokumentation sowie der Nachweis- und Archivierungspflichten
Analyse bestehender Vorsteuer-Guthaben vor Inkrafttreten der neuen Verjährungsfrist
Stärkung der Sorgfaltsprüfungen entlang der Lieferkette und bei einzelnen Transaktionen
Anpassung interner Steuerprozesse an klar definierte Fristen und erweiterte Prüfungsbefugnisse der Behörden
Swiss Group unterstützt Unternehmen dabei, ihre steuerliche Compliance in den VAE sicherzustellen, Melde- und Berichtspflichten korrekt auszurichten und interne Prozesse auf die Anforderungen ab 2026 vorzubereiten. Eine frühzeitige Analyse und Anpassung hilft, Kontinuität, Planungssicherheit und Compliance auch im neuen regulatorischen Umfeld zu gewährleisten.



